Es ist spät. Der Tag war lang und anstrengend und zu allem Überfluss bin ich auf dem Heimweg von der Arbeit auch noch in einen Regenschauer geraten.
Deshalb gibt es heute nur einen kleinen Denkansatz für dessen ausführliche Erörterung ich schlicht zu müde bin.
Teile der deutschen LGBT Community sind Sturm gelaufen gegen das Statement der Kanzlerin zu Orlando, weil sie die Tat nicht klar als ihrer Lebensweise feindlich gesinnt benannt hatte.
Das mag so stimmen. Aber ist es nicht gerade eine Kernforderung dieser Bewegung, dass alle in ihr zusammengefassten Lebenskonzepte den althergebracht gewohnten gleichzustellen sind?
Es ist jedem klar, dass die schrecklichen Geschehnisse in Orlando ein Verbrechen aus Hass waren.
Es ist ebenso klar gegen wen der Hass sich richtete. Aber es sind Menschen die gestorben sind, nicht ein Lebensstil und auch keine sexuelle Orientierung.
Die Schicksale der Opfer sollten nicht für die Sache vereinnahmt werden. Auch wenn sie, könnte man sie noch fragen wohl nicht dagegen wären.
Es gibt der Trauer eine Färbung in Richtung Verfolgung und Hetze, die sie in meinen Augen verzerrt und beschmutzt.
Frau Merkel hat den Hinterbliebenen kondoliert und sich bestürzt geäußert. Das war so vollkommen korrekt.
Ich spreche nicht davon tot zu schweigen, dass die Tat gegen die Lebens - und Liebensweise der Opfer und ihrer Gleichgesinnten gerichtet war. Aber man scheint zu vergessen, dass sie damit auch gegen die Lebensweise all derer gerichtet war, die diese Menschen liebten, mochten und kannten und ihre Orientierung als normal und schön empfanden und selbst gegen die, die sich nicht hineinversetzen können in irgendeine Art von nichtheterosexueller Orientierung aber doch akzeptieren, dass diese genau so zu unserem heutigen Alltagsbild und Beziehungsgefüge gehören.
Ich werde das in den nächsten Tagen näher ausführen. Für den Moment ist genug geschrieben.
Bleibt skeptisch, gute Nacht, eure Motte.

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